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Vom Feuerwehrauto zum Camper – Der Umbau Teil 1

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Wir besitzen nun also ein Feuerwehrauto, das wir so umbauen wollen, dass wir es als Camper nutzen können. Wie uns das bisher gelungen ist und wie wir vorgegangen sind, lest ihr in diesem Artikel.

Zunächst mussten wir uns ein Konzept überlegen. Wie wollen wir unser neues Reisegefährt umbauen? Wie soll es innen mal aussehen?

Das H-Kennzeichen

 

Wichtig für uns war es, dass wir möglichst wenig finanzielle Mittel für die Haltung des LKWs brauchen, das heißt Steuer und Versicherung soll so gering wie möglich gehalten werden. Aus diesem Grund war für uns schnell klar, dass wir auf jeden Fall das H-Kennzeichen für unseren großen Roten beantragen wollen, damit die laufenden Kosten durch die vergünstigte Steuer von 191,73€ in einem bezahlbaren Rahmen für uns bleiben.
Für ein H-Kennzeichen muss auch der original Koffer noch auf dem Fahrzeug sein, deshalb kam es nicht in Frage, den bestehenden Koffer komplett abzunehmen und zb einen FM2-Shelter draufzusetzen (was auch finanziell nicht gerade günstig geworden wäre).
Also machten wir uns an die Arbeit, das Feuerwehrauto so herzurichten, dass es vom TÜV ein H-Kennzeichen bekommt.
Für eine positive Begutachtung muss jedes Auto oder LKW bestimmte Kriterien erfüllen. Am besten ihr besprecht diese direkt mit einem TÜV-Prüfer um genauestens informiert zu werden auf was der jeweilige Prüfer Wert legt.

 
 

Allgemeine Kriterien für die H-Zulassung:
  • 30 Jahre alt seit Erstzulassung
  • Originalzustand mindestens bei 90% (Ermessensspielraum des Prüfers)
  • In einem guten gepflegten und erhaltungswürdigen Zustand
  • Keine Roststellen
  • Geringe Veränderungen, die der Sicherheit dienen sind zulässig

Der Umbau für den TÜV

 

Wir wollen also den bestehenden Koffer als Wohnkoffer im ersten Schritt soweit ausbauen, dass wir das H-Kennzeichen bekommen. Hört sich zunächst einfach an, war aber schlussendlich doch deutlich aufwendiger, als wir gedacht hatten.


Schritt eins: Wassertank und Pumpe entfernen


Im Koffer war eine Wasserpumpe verbaut, die durch den Nebenantrieb des Fahrzeugs betrieben wurde. Diese konnten wir noch relativ simpel entfernen.
Doch in einem Tanklöschfahrzeug befindet sich meist auch ein Wassertank. Und ein Tank von der Feuerwehr hat nicht nur 100l, sondern fasst ganze 1500l und ist dann auch dementsprechend groß.

 
 
 

Als erstes mussten wir feststellen, dass dieser große Wassertank nicht nur zu groß war, um ihn aus einer der Klappen herauszuheben. Er war auch noch mit dem gelagerten Zwischenrahmen fest verbunden.
Fest verbunden heißt in dem Fall, dass das Metall in die GFK-Wände des Tanks mit eingearbeitet wurde und somit bombenfest sitzt.
Vielleicht doch den kompletten Koffer mit dem gelagerten Rahmen absetzen und einen neuen, anderen drauf? NEIN, den originalen Koffer brauchen wir ja für das Oldtimergutachten.
Also musste die Stichsäge mit speziellen GFK-Sägeblättern her und wir sägten den 35 Jahre alten Tank in kleine portionsgerechte Stücke. Zuletzt flexten wir die GFK-Teile von den Trägern und zertrennten die Metallplatten, die in den Wänden des Tanks als Stabilisator eingebaut wurden.
Was für eine sch*** Arbeit!
Und wer hätte es gedacht: in dem Bereich, in dem der Wassertank verbaut war, gibt es natürlich keinen Boden nach unten, das bedeutet, wir haben nun einen fast leeren Koffer, der nach unten freie Sicht auf Achse und Boden hat.

 
 
 

Schritt 2: Bau der Bodenplatte


Vom anfänglichen Plan „wir bauen den Tank und die Pumpe raus und fahren dann zum TÜV“ wurde also ein „Wir bauen den Tank und die Pumpe raus und basteln uns dann eine Bodenplatte“.

Beim Bau der Bodenplatte standen wir zunächst vor zwei Problemen:

1. Von dem Rahmen, auf dem der Wassertank lag, hatten wir nur eine Höhe von 1,30m bis zum Dach

2. Dadurch wollten wir nicht einfach eine Bodenplatte „reinlegen“, sondern den Raum so nutzen, dass wir durch den Bau nach unten (zwischen den beiden Streben des Rahmens) mehr Platz gewinnen

Diese beiden Probleme galt es also zu lösen. Zwischen den Trägern bauten wir die Bodenplatte als Stufe gute 30cm tiefer und kamen so auf eine Höhe von 1,65 in der Mitte unseres Koffers-nicht sehr viel, aber wenigstens Annika kann dann gerade so stehen. Es bleibt eben ein kuscheliger Camper und kein Luxusliner, aber das wollten wir ja auch so!

 
 

Nachdem die sehr aufwendige Bodenplatte mit letztlich 4 verschiedenen Ebenen endlich fest eingebaut war und wir somit auch eine „Ladefläche“ hatten, konnte es zum TÜV gehen, um das ersehnte Oldtimer Gutachten zu ergattern.
Mit unserem frisch geputzten LKW fuhren wir zum TÜV-Süd, wo wir nach einer einstündigen Begutachtung mit Hauptuntersuchung schließlich für 178,00€ unser H-Kennzeichen erhielten. Die erste Hürde war genommen!

Ihr fragt euch, wie wir überhaupt auf die Idee gekommen sind, uns ein Feuerwehrauto zu kaufen? Alles über den 'Zufallskauf' lest ihr hier.

 

Ihr habt auch schon Erfahrungen gemacht mit der H-Zulassung, positive oder negative? Oder ihr habt Tipps und Anregungen zu unserem Projekt? Dann hinterlasst uns gerne einen Kommentar, wir sind immer offen für Vorschläge und freuen uns über andere Aus-und Umbau Stories.

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