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Mit Monty in den Dünen

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Eigentlich wollten wir "nur" eine Kameltour machen, aber dann ging es direkt mit unserem Monty durch die Dünen.

Wie es rund um das Dünengebiet Erg Chebbi nun mal so üblich ist, wird jeder Gast bei Ankunft auf dem Campingplatz gefragt, ob er Interesse an einer Jeep oder Dromedartour durch die Dünen hat. Für Letzteres waren wir interessiert, doch die Dromedartour gab es nur in Kombination mit einer Offroadtour (um erstmal zu den Dünen zu gelangen), die wir aber mit unserem eigenen Auto fahren sollten.
Der Campingplatzbesitzer Atmane von "Chez Karla" machte uns angeblich einen guten Preis, da er wisse, dass wir Studenten sind. Nach kurzer Überlegung und einigen Erklärungen der Offroadstrecke stimmten wir zu.
So ging es am nächsten Morgen nach marokkanischer Verspätung los. Atmane wollte unbedingt in unserem Auto mitfahren, da er uns dann direkt erklären könne, wie wir zu fahren haben. Da wir allerdings keine Rückbank mehr haben, musste er sich auf Nicos Platz zufrieden geben und Nico wurde auf Annikas Schoß umgesiedelt. So ging es dann in Begleitung eines weiteren Fahrzeugs los.
Zuerst über sehr einfach zu befahrene Piste, bei der ich von Atmane oft die Wörter "More Gas" zu hören bekam. Doch eigentlich wollte ich nicht schneller fahren und so beschleunigte ich unseren Monty nur sehr langsam und vorsichtig. Anscheinend wollte er uns das original Gefühl von der Rally Paris-Dakar vermitteln, da wir unter anderem auf dieser Strecke unterwegs waren. Doch zugleich erinnerte ich mich an die Offroad-Fahrtipps der Pistenkuh die eindeutig vermitteln, dass nur der langsame Weg auch der Sichere ist. Und so musste Atmane sich wohl mit meiner für seine Verhältnisse zu langsamen Fahrweise anfreunden. Allgemein glaube ich, dass er es schon nach den ersten Kilometern bereute, auf Nicos Platz mit zu fahren, da er dort hinten ordentlich durchgeschüttelt wurde.
Wir erreichten zwei Aussichtspunkte und fuhren anschließend auf einer eher schwierigeren Piste einen Hang hinunter. Hier kam mein fahrerisches Können zum ersten Mal richtig zum tragen. Ich dachte, dass Atmane mir vielleicht Tipps gibt, wo genau meine Räder am Besten sein sollten, doch er schwieg. Und so lenkte ich unseren Monty ganz langsam den Berg hinab. Leider saßen wir aufgrund unserer geringen Bodenfreiheit einmal etwas auf.

 

Wir erreichten einen kleinen Platz auf Steinen und konnten dort sehr viele Fossilien in den Steinplatten entdecken. Von Groß bis Klein war alles mit dabei. Atmane suchte für uns einzelne Steine mit Fossilien die wir mitnehmen konnten. Sehr nett.
Wir kamen nun immer mehr in sandiges Gebiet und machten eine kleine Mittagspause bei einem Oued mit einer kleinen Oase. Hier schenkte uns Atmane mehrere kleine Sandrosen, die Nomaden eigentlich verkauften.

 

Zum weiterfahren mussten wir etwas Luft aus den Reifen ablassen, um mehr Traktion auf dem Sand zu haben. Wir senkten den Luftdruck um 50%.
"Never stop in the Dunes!"
Nach diesem Motto fuhren wir nun mit viel Schwung durch den teils tiefen und weichen Sand des ausgetrockneten Oueds. Und Atmane sollte es ja mit seinen 26 Jahren Wüstenerfahrung durchaus wissen.
Sobald das Auto von vorne nach hinten anfängt zu wackeln, musste ich langsamer fahren und danach gleich wieder beschleunigen, um genügend Schwung aber vorallem auch Kraft vom Motor zu haben. Eigentlich hätte ich die Untersetzung eingelegt, doch das wollte Atmane nicht und so fuhren wir teils im ersten Gang bei 2.000-3.000 Umdrehungen durch den Sand. Das sind wirklich ganz andere Belastungen als auf normalen Pisten. Auch das Fahrverhalten des Autos ist komplett anders.
Nach dem Oued ging es dann richtig in die Dünen, da wir inzwischen das Erg Chebbi mit seinen Ausläufern erreicht hatten. Ich konnte es nicht glauben, aber Atmane wollte wirklich, dass wir über die Dünen fahren. Und unser Monty hat das auch ohne Probleme oder durchdrehenden Rädern gemeistert. Wir sind direkt über die Braun-orange-gelb gefärbten Dünen gefahren. Das war ziemlich aufregend und sehr lehrreich.

 

Doch irgendwann wurde dem Monty das auch zu viel und es kam die Warnleuchte der Öltemeperatur. Zum Glück waren wir gleich angekommen, denn hier durfte man auf dem weichen Sand wirklich keine Pause einlegen und wir erreichten die Auberge von wo aus unsere Dromedartour los ging.

Daten der Route:
Ausgangspunkt: Erfoud
Endpunkt: Auberge bei Merzouga
Gesamtlänge: 93,2km
-Davon Piste: 57km
-Davon Sand: 30km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 32km/h .

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