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Auf ins Abenteuer

Durch die Igmir Schlucht nach Tafraoute
February 20, 2017
Rabat vs. Marrakech
March 5, 2017
 

Was als harmlose Strecke durch den Anti Atlas begann, entwickelte sich aufgrund des Regens und der Stabilität gewisser LKW-Reifen zu einem Abenteuer.

Gemeinsam mit Sabine und Micha von herman-unterwegs.de starteten wir in Tafraoute eine weitere Route aus unserem Offroad-Reiseführer der Pistenkuh. Es begann mit vielen Serpentinen, entlang derer wir uns hinauf auf eine Passhöhe schlängelten. Oben konnten wir nochmals die Schönheit der Mandelblüte erleben, wenn auch viele der Bäume nicht mehr blühten und schon austrieben. Leider hinderte uns der Regen daran, viele Fotos zu machen.
Auf schmalen Straßen ging es wieder hinab, teilweise geteert, teilweise nur Schotter. Die Landschaft war trotz des Regens schön anzuschauen.
An einer Oase bogen wir links ab, hinein in ein breites Oued. Selbstverständlich ohne Wasser - noch. Gute 30 km ausgetrocknetes Kiesbett lagen vor uns, das Oued Tamanart. Wir kamen nur langsam vorwärts, oft mussten wir ein Stück zurück fahren, da die Fahrspuren plötzlich endeten. Nach knappen 10 km beschlossen wir, an Ort und Stelle zu bleiben und dort zu übernachten.
Kaum waren die Motoren abgeschalten, hörten wir ein Zischen - Herman, der LKW von Sabine und Mich, verlor Luft. Es begann ein Wettlauf mit der Dunkelheit. Reifen runter, Felgen abmontieren (das klingt leichter als es ist!), Schlauch tauschen und alles wieder einsetzen. In guten zwei Stunden war alles getan und die Dunkelheit hereingebrochen. Etwas Abwechslung muss eben sein ;)

 

Wenn wir dachten, damit hätten wir genug Abwechslung gehabt, hatten wir uns gewaltig getäuscht.
Der nächste Morgen fing verregnet an. Und ja, wir geben's ja zu: Regen und eine Tour durch ein Oued ist vielleicht nicht die aller klügste Idee. Aber hinterher ist man immer schlauer.
Das Unheil nahte in Form von einem entfernten Rauschen. Rauschen, das wir zunächst als Wind abgetan haben. Deshalb folgte etwa 1,5 Std später das böse Erwachen. Wir fuhren los, kamen aber nur etwa 500m weit. Das Problem war, wie sich wahrscheinlich schon jeder denken kann, dass sich das Flussbett durch den Regen gefüllt hat. Und zwar nicht über Nacht, sondern erst in der Früh, als wir das Rauschen hörten. Da standen wir also vor einem neu entstandenen Fluss und wussten erstmal nicht weiter. Der Wasserstand stieg, das konnten wir anhand der Steine im Wasser erkennen. In der Mitte des Flusses war das Wasser knietief. Nach einigem Hin und Her war klar: wir riskieren es nicht, weiter zu fahren, weil es vermutlich eh nichts bringt. Schließlich folgen noch weitere 23 km in dem Oued, wo wir den Fluss sicherlich mehr als einmal queren müssen.
Wir ließen die Fahrzeuge wo sie waren und schlugen dort unser neues Nachtlager auf. Im Weg konnten wir niemandem stehen, da wir durch den Fluss von hinten wie auch von vorne vom Weg abgeschnitten waren. Da hieß es nur abwarten.

 

Wir nutzten die Zeit, um mit Sabine und Micha das geplante Video über unseren Monty und unsere Ausstattung zu drehen. Das fertige Video könnt ihr hier anschauen. Und vergesst nicht: Daumen hoch, wenn's euch gefallen hat!

 

Unsere Hoffnung war es, dass der Flusspegel über Nacht sinken würde. Sinken war noch untertrieben, der Fluss war am nächsten Morgen komplett verschwunden. Einzig und alleine ein paar Pfützen waren noch übrig. Wir konnten unsere Tour also fortsetzen.
Mal folgten wir eindeutigen Spuren, dann waren wieder keine da und wir mussten uns auf Spurensuche begeben. Die "falschen" Wege sperrten wir, indem wir Steintürmchen auf den Weg setzten. So ist das hier Gang und Gebe. Nicht nur einmal dachten wir uns: da wären wir mit dem Wasser aber nicht durchgekommen. Zum Glück haben wir einen Tag gewartet!
Auf den letzten Kilometern im Flussbett legten wir erneut eine zweistündige Pause ein. Herman musste noch ein Schuh gewechselt werden. Ihm gefielen wohl die vielen Steine nicht.
Schließlich erreichten wir die Teerstraße - endlich! Nach so einem langen Aufenthalt im Flussbett war es schon fast eine Wohltat. Wir legten den Rest der Route zurück und suchten uns dann gemeinsam einen Stellplatz. Erstmal das Erlebte verdauen.

 

Uns hat die Tour riesigen Spaß gemacht, vor allem in so guter Gesellschaft. Danke an Sabine und Micha für die tolle Woche!
Das Wichtigste, was wir dabei gelernt haben: nimm Dir nie eine Tour in einem Oued vor, wenn Regen angesagt ist. Das kann für böse Überraschungen sorgen.

2 Comments


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    Kai says:

    der Klassiker: “absaufen” im Wadi. Passiert nur alle 100 Jahre, aber wenn, dann richtig. Da habt ihr ja noch Glück gehabt. Schaut Euch mal Videos mit dem Stichwort “flash flood” an. Das kann lebensbedrohlich werden. Im Wadi immer an höher gelegenen Stellen nächtigen: manchmal bekommt mal den Regen (anderswo) gar nicht mit.
    Irre schöne Fotos habt ihr gemacht, wünsche euch weiterhin pannenfreie Fahrt!

    LG

    Kai


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      Annika und Flo says:

      Hallo Kai,

      Ja, das werden wir unser Leben lang nicht mehr vergessen. In Zukunft werden wir uns die Route zusammen mit dem Wetterbericht anschauen. An einer höher gelegenen Stelle haben wir ja zum Glück geparkt.
      Danke für das Kompliment mit den Fotos. Einige sind ja auch von herman-unterwegs.de bereitgestellt 🙂
      LG aus Marrakech,
      Annika und Flo

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